Annette Kögel ist Redakteurin des Tagesspiegels und Mitbegründerin des Medienprojektes "Paralympics Zeitung" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und des Tagesspiegels. Sie schreibt hier monatlich einen Blog-Beitrag, der ihre eigene Meinung wiedergibt.

Meine Paralympics - Der Blog mit Annette Kögel

Aus der Traum

Annette Kögel erinnert sich an alte und freut sich auf neue Sportarten.
Aus der Traum
16. April 2019

Es ist zum Eisfachtür zuschlagen. Schon wieder ist der Paralympics-Traum für die deutschen Sledgehockeyspieler geplatzt. Oder, Entschuldigung, für das deutsche Team im Para Ice Hockey. So heißt die Sportart jetzt bei den Winter-Paralympics. Und damit müssen die Fans bei den Partien der Spiele in Pyeongchang im nächsten Frühjahr wohl wieder die Gegner im Geiste anfeuern.

Mensch! Sie waren mal wieder so dicht dran im Endspiel um die Paralympics-Teilnahme ge-gen Schweden in Östersund. Das Ziel: Das letzte Ticket für die Paralympischen Spiele 2018. Beide Teams lieferten sich einen packenden Fight - bis zur letzten Spielminute, wie auch der Deutsche Behindertensportverband bilanziert. Die Chance war zum Greifen nahe, schließlich hätte Deutschland aufgrund des Sieges gegen die Slowakei sogar ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit zur Teilnahme an den Paralympics gereicht. Doch wie schon vor vier Jah-ren verpasste das Team die Reise zu den Spielen.

Nach einer lange Zeit guten und beherzten Leistung verließ die deutsche Auswahl frustriert mit hängenden Köpfen das Eis. Neben Schweden sicherten sich Japan und Tschechien die Teilnahme an den Spielen. Für die Deutschen wurde es nichts mit der zweiten Paralympics-Teilnahme nach 2006. Während die Gastgeber jubelten, war die Enttäuschung bei der Mannschaft von Cheftrainer Andreas Pokorny riesig. "Bis auf die Chancenverwertung kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben und waren über weite Strecken die bessere Mannschaft", sagte er.

Aber wer die Mannschaft kennt, der weiß, dass viele trotzdem weitermachen werden. Auf dem Eis gibt es für Amputierte wie bei den Schwimmern im Wasser dieses beson-dere Gefühl von Freiheit. Wer nur noch kurze Gliedmaßen besitzt oder gar keine, ist in punkto Wendigkeit jenen Athleten mit beispielsweise nur einem amputierten Bein klar im Vorteil. Im Team müsse es jetzt "einen kompletten Neuaufbau geben, und wir müs-sen noch mehr tun, wenn wir in vier Jahren in Peking dabei sein wollen", sagt Teammanager Ian Wood.

Ich kann nur sagen: Bleibt dran. Para Ice Hockey ist einfach ein spannender, stim-mungsgeladener Sport. Und treffen könntet ihr euch ja alle mal zum motivierenden Winterumtrunk im nördlichsten offiziellen Stammlokal der deutschen paralympischen Wintersportmannschaft, der Ständigen Vertretung in Mitte!