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News Martin Fleig © Ralf Kuckuck / DBS

Fleig überzeugt in Lillehammer

Beim ersten Weltcup-Stopp der Para Ski nordisch Saison 2019/2020 hat vor allem Martin Fleig überzeugt. Der 30-Jährige berappelte sich schnell nach einem Infekt, gewann überraschend das Biathlon-Einzelrennen über 15 km und wurde Zweiter im Biathlon-Sprint. Der Rest der deutschen Mannschaft kämpfte mit schwierigen Bedingungen, Kälte, Stürzen und den formstarken russischen Athleten.

Geschwächt von einem Infekt, der ihn in den Tagen zuvor niedergestreckt hatte, und deshalb ohne jegliche Erwartungen ging Martin Fleig ins erste Biathlon-Rennen der neuen Para Weltcup-Saison. Volles Risiko beim Schießen und ansonsten schauen, was geht – das war die von den Trainern ausgegebene Devise.

Was für den Gundelfinger dann tatsächlich ging, war gewaltig. Am Schießstand blieb er viermal fehlerlos und auf der Strecke lief es erstaunlich gut – bis zur dritten Runde. „Danach war es nur noch die Hölle. Im Ziel wusste ich gar nicht mehr, wer ich bin oder wo und warum“, scherzte er. Als die Orientierung zurück war, herrschten Staunen und Jubel. Fleig hatte das 15-Kilometer-Rennen der sitzenden Konkurrenz in 41:54.7 Minuten gewonnen.

Für erneuten Jubel sorgte er am darauffolgenden Tag im Biathlon Sprint-Rennen. In 17:37.40 Minuten kam Fleig hinter dem läuferisch gewohnt herausragenden Russen Ivan Golubkov (16:40.4 Minuten) und vor dem Ukrainer Taras Rad (18:02.5 Minuten) auf Platz zwei in Ziel.

Dass er dabei wie seine beiden Konkurrenten fehlerlos blieb, führte er auf „eine ordentliche Portion Glück“ zurück. „Ich hatte beim zweiten Schießen kaum noch Gefühl im Abzugsfinger“, berichtet er. Es spricht für seine Ruhe und Abgeklärtheit, dass dennoch alle Scheiben fielen. Und auch in der Loipe flutschte es für den zu Beginn der Woche kranken Fleig. Der Bundestrainer Ralf Rombach sah „ein Superrennen von Martin“. Der Gelobte wusste, bei wem er sich auch zu bedanken hatte: den Skitechnikern. „Sie haben mir heute wieder ein Wahnsinnsbrett geliefert.“

Die dreifach Weltmeisterin Clara Klug war im ersten Rennen der Saison schwer gestürzt, musste das Rennen abbrechen und kämpfte auch im Sprint noch mit den Folgen. „Das war ein Scheißeinstieg in die Saison, aber von nun an kann es nur besser werden“, sagte die 25-Jährige.

Bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung war der Weg damit frei für die russische Konkurrenz. Anna Panferova siegte vor zwei Landsfrauen. Beste Deutsche war etwas überraschend die 15-jährige Leonie Walter mit ihrem Begleitläufer Frank Wagner (TSG Reutlingen) auf Platz sieben. „Damit hätte ich niemals gerechnet. Vor allem mit meiner Schießleistung bin ich zufrieden“, sagte sie – und konnte das nach nur einem Fehler auch sein.

In den Langlauf Wettbewerben überzeugten vor allem die jungen deutschen Starter im Sprint-Rennen. Der Bundestrainer Ralf Rombach schickte sieben Starterinnen und Starter ins Rennen, vier von ihnen überstanden den Prolog und qualifizierten sich fürs Halbfinale: Ekaterina Kauffmann und Marco Maier vom SV Kirchzarten, Merle Menje vom StTV Singen und Anja Wicker vom MTV Stuttgart.

Dort war dann zwar für das Quartett Endstation, aber damit war im Feld der starken Konkurrenz zu rechnen gewesen. „Für die drei Jungen war der Halbfinal-Einzug schon ein großer Erfolg“, sagt Rombach. Menje wurde Gesamtachte bei den Frauen in der sitzenden Konkurrenz, Wicker Neunte. Maier kam bei den Männern stehend auf den zwölften Rang, Kauffmann konnte wegen erneuter Schmerzen im Bein zum Halbfinale nicht mehr antreten. „Wir hatten aber eh gesagt, dass die Priorität auf dem Prolog liegt. Mit dem bin ich im Großen und Ganzen zufrieden“, sagt die 15-Jährige.

Dominiert hat in Lillehammer vor allem die russische Mannschaft, die erstmals nach der Aufhebung der im Sommer 2016 verhängten Sanktionen wegen Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen wieder bei einem Para Ski nordisch-Weltcup dabei war. „Ihr Wiedereinstieg macht sich in der Leistungsdichte bemerkbar. Vor allem bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung zeigen die Russinnen ein bisher nicht gekanntes Niveau“, sagt der Bundestrainer. Für die deutschen Starterinnen bedeute das, „erst einmal kleinere Brötchen zu backen“.

Nun freut sich das deutsche Team auf den Heim-Weltcup in Dresden. Erstes Highlight: der Langlauf-Sprint im Rahmen des FIS-Weltcups am 11. und 12. Januar am Dresdner Königsufer. „Wir freuen uns und sind schon sehr gespannt“, sagt der Bundestrainer.

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