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News Frank Höfle führt die deutsche Mannschaft in Vancouver ins Stadion © Picture Alliance

#Unvergessen – Frank Höfle, Vancouver 2010

Sie haben die deutsche Mannschaft bei den Eröffnungsfeiern der Paralympischen Spiele angeführt – die Fahnenträgerinnen und Fahnenträger der letzten 20 Jahre haben ganz besondere Erinnerungen an die Paralympics. Doch was machen sie eigentlichen heute, haben sie noch Berührungspunkte zum Para Sport und was war der schönste Moment im Leistungssport? Das erfahrt ihr in der Serie #Unvergessen.

Welche Erinnerungen verbindest du mit der Eröffnungsfeier?

Ich habe insgesamt zehn Eröffnungsfeiern erlebt. In Salt Lake City 2002 und in Vancouver 2010 durfte ich die Fahne tragen. Es waren immer erhebende und bis heute unvergessliche Momente. Mir haben die
Feiern immer einen Push für die folgenden Wettkämpfe gegeben.


Wie ist dein Leben nach dem Leistungssport?

Seit 2012 bin ich Geschäftsführer eines mittelständischen Sozialunternehmens. Mir macht meine Arbeit enorm viel Spaß. Die Ausdauer, das planvolle Vorgehen und der unbedingte Wille zum Erfolg – diese Dinge konnte ich vom Sport auf mein Berufsleben übertragen. Noch immer bin ich aber auch der unbequeme Geist. Nichts ist mir mehr zuwider als der Mainstream. Das war früher für mein Umfeld im Sport, auch für den DBS, nicht immer einfach und auch heute finden das nicht alle nur spaßig. Gerade in der aktuellen Krise bin ich ein Forderer, Mahner und Kritiker. Privat mache ich noch immer Sport. Leider ist mein jüngst geplanter Aufenthalt in Norwegen wegen Corona ins Wasser gefallen. Dahin wollte ich über Ostern zum Langlaufen, nachdem ich bereits über Fastnacht zehn Tage in Lillehammer war. Übrigens: In Lillehammer hatte ich 1994 mit viermal Gold und einmal Silber meine größten Erfolge bei Paralympics.


Was vermisst du am Leistungssport und was nicht?


Ich vermisse die regelmäßigen Trainingslager und Wettkampfreisen, das war für mich immer wie ein Wellness-Urlaub. Du hast top Trainingsbedingungen, wohnst meistens in guten Hotels mit gutem Essen und hast zudem noch einen Physiotherapeuten, der sich um dich kümmert. Für so etwas lege ich heute eine ganze Stange Geld hin bzw. kann man sich das in diesem Gesamtpacket gar nicht kaufen. Auch war der Austausch mit der Mannschaft immer eine schöne Sache. Das hatte etwas von einer großen Familie. Da es wirklich eine tolle Zeit war, fällt mir spontan nichts ein, was ich nicht vermissen würde.


Welche Verbindungen zum Para Sport hast du heute noch?


Ich schaue mir die Übertragungen im Fernsehen an, sofern überhaupt berichtet wird. Außerdem habe ich noch vereinzelte nationale und internationale Kontakte zu ehemaligen Sportlern, ansonsten ist da wenig.


Wie beurteilst du die Entwicklung des Para Sports nach deiner aktiven Zeit?

Es hat sich einiges getan. Allerdings bin ich doch teilweise überrascht, dass es kaum gelungen ist, das Leistungsniveau insbesondere im Skilanglauf auf nationaler Ebene anzuheben. Auch habe ich gehofft, dass der Para Sport mehr Berücksichtigung in den Medien findet, aber auch das ist kaum geschehen. Im Hinblick auf eine engere Anbindung des Para Sports an den Leistungssport der Nichtbehinderten ist noch zu wenig passiert.


Was war rückblickend dein schönster Para Sport-Moment?

Der Gewinn meiner ersten Goldmedaille 1986 in Sälen in Schweden und das Überreichen der Medaille durch Königin Silvia.

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