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Das Ende einer langen Tenniskarriere

Rollstuhltennisspielerin Sabine Ellerbrock hat nach ihrem letzten Spiel bei den Australian Open in Melbourne offiziell ihren Rücktritt von der internationalen Rollstuhltennis-Bühne erklärt. Aus sportlicher Sicht verlief das letzte Turnier der Bielefelderin nicht erfolgreich. Geschwächt durch eine Nervenverletzung schied Ellerbrock im Einzel-Viertelfinale sowie im Doppel-Halbfinale vorzeitig aus, so dass ihr ein Erfolgserlebnis zum Abschluss verwehrt blieb.
Das Ende einer langen Tenniskarriere
Foto: © privat
04. Februar 2020

„Ich hätte gerne noch einmal eine gute Leistung gezeigt, mehr war aber unter den Rahmenbedingungen nicht möglich. Dennoch bin ich froh, dass ich noch einmal bei meinem Lieblings-Grand-Slam-Turnier aufschlagen und mich von allen Freunden hier persönlich verabschieden konnte“, resümierte eine sichtbar emotionale Ellerbrock nach ihrem letzten Match mit Tränen in den Augen.

Eine Nervenverletzung, die mit Lähmungserscheinungen, Schmerzen und Sensibilitätsstörungen im linken Arm bzw. der linken Hand einherging, zwang Ellerbrock dazu, mit einer extra vor Ort angepassten Fingerschiene spielen zu müssen. Die Einschränkungen waren aber letztlich so groß, dass das Aufschlagen fast unmöglich war. So folgte einer Zweitsatzniederlage gegen die Südafrikanerin Montjane im Viertelfinale des Einzel-Wettbewerbs schließlich auch etwas unglücklich das Aus im Doppel-Halbfinale zusammen mit Montjane gegen die Britin Whiley und die Japanerin Kamiji.

Dennoch kann die Bielefelderin mit Stolz auf eine lange und erfolgreiche Tennis-Karriere zurückblicken – 26 Jahre als Fußgänger-Tennisspielerin, in der sie in allen Klassen bis zur Bundesliga aufschlug, folgten zehn Jahre im Rollstuhltennis. In dieser Zeit errang Ellerbrock mehrere nationale Meistertitel, wurde von ihren Konkurrentinnen 2010 zur ITF-Spielerin des Jahres gewählt und erspielte sich viele Einzel- und Doppeltitel auf der ITF-Tour. Insgesamt nahm Ellerbrock an 31 Grand-Slam-Turnieren teil, bei denen sie insgesamt 14 Finals spielte, jeweils sieben im Einzel und sieben im Doppel. Zweimal durfte die Bielefelderin jubeln: Dem Titel 2013 in Roland Garros in Paris folgte ein Jahr später der Sieg bei den Australian Open. In beiden Jahren wurde die Bielefelderin Weltranglisten-Erste – obwohl sie unter den Top-Spielerinnen die Einzige war, die das Rollstuhltennis neben einem Beruf ausübte.

Zudem ist es Ellerbrock gelungen, in sämtlichen Einzel- und Doppelfinals der Grand-Slam-Turniere aufzuschlagen – das schaffte bisher noch keine deutsche Spielerin im Tennis. Zu ihren größeren Erfolgen zählen auch ein Einzel-Finale im Masters in London 2015 sowie dreimal der Einzug ins Masters-Endspiel im Doppel-Wettbewerb (Amsterdam, Mission Viejo, Bemmel). Bei den Paralympics in London 2012 verpasste die 44-Jährige eine Medaille nur knapp und wurde Vierte.

Nach ihrem Rücktritt vom Rollstuhltennis möchte sich Ellerbrock weiter in Projekten für Menschen mit Behinderung engagieren, den Tennisrollstuhl will sie dabei aber allenfalls noch als Trainerin gebrauchen. „Nur aus Spaß weiter zu spielen, kann ich mir nicht vorstellen. Ohne Sport geht es allerdings auch nicht.“ Die Bielefelderin freut sich auf neue Herausforderungen im Tischtennis und Radfahrbereich: „Mein erstes Mannschaftsspiel für den TSVE Bielefeld hat Riesenspaß gemacht. Ich genieße das Teamgefüge.“ Nicht ausgeschlossen, dass Sabine Ellerbrock in einer anderen Sportart auf die internationale Bühne zurückkehrt.