WM

Deutscher Medaillenregen in Manchester: Drei Mal Gold und ein Mal Bronze

Nach dem deutschen Doppel-Silber am ersten Wettkampftag der Weltmeisterschaften der Para Schwimmer in Manchester (GB) gab es am Dienstag gleich vier Mal Edelmetall. Tanja Scholz krönte sich innerhalb von nur 18 Minuten zur Doppel-Weltmeisterin, dominierte erst auf den 100 Metern Freistil (S4) und holte sich dann auf den 150 Meter Lagen (SM3) erneut Gold. Bei den 100 Metern Freistil schwamm zwei Bahnen neben Scholz Gina Böttcher zur ersten WM-Medaille ihrer Karriere, schnappte sich Bronze. Taliso Engel sorgte mit seinem Sieg auf den 100 Metern Brust (SB13) für einen goldenen Abschluss des deutschen Wettkampftages: Sein Erfolg ist gleichbedeutend mit dem zweiten Slot für das deutsche Schwimm-Team bei den Paralympics in Paris 2024.
Deutscher Medaillenregen in Manchester: Drei Mal Gold und ein Mal Bronze
Gina Böttcher und Tanja Scholz Foto: © Ralf Kuckuck
02. August 2023

Nach einer für ihn extrem harten Saison feierte Taliso Engel ausgelassen im Ziel: Der 21 Jahre alte Athlet der SG Bayer hatte Anfang des Jahres mit einer schweren Mittelohrentzündung zu kämpfen, hört deswegen immer noch nichts auf dem rechten Ohr. „Ich habe dieses Jahr wirklich gestruggelt mit meinem Ohr“, sagte Engel, dem das Gold von Manchester deshalb „nochmal mehr“ bedeutet als die WM-Titel 2022 und 2019. „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Vor allem mit der Zeit – damit habe ich nicht gerechnet.“ Engel schlug nach 1:03,26 Minuten im Ziel an, hatte einen komfortablen Vorsprung von fast zwei Sekunden auf den Kasachen Nurdaulet Zumagali. Dritter wurde der US-Amerikaner David Henry Abrahams.
 
„Meine Arme haben gebrannt wie Feuer“, sagte Tanja Scholz nach ihrer Goldmedaille auf den 150 Meter Lagen in der Startklasse SM3. Kein Wunder: Nur 18 Minuten vorher krönte sich Scholz bereits über die 100 Meter (S4) zur Weltmeisterin. Bei den 150 Meter Lagen stellte die 39 Jahre alte Schwimmerin einen Championship Record auf (2:53,18 Minuten), bei den 100 Meter Freistil (1:22,18 Minuten) kam sie über sieben Sekunden vor der zweitplatzierten Brasilianerin Lidia Vieira da Cruz. Nur zwei Bahnen neben Scholz schwamm Gina Böttcher überraschend zu Bronze, schlug nach 1:30,31 Minuten im Ziel an. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, weil ich letzte Woche auch noch krank war“, sagte die 22 Jahre alte Schwimmerin des SC Potsdam, die sich sehr über ihre erste Medaille bei Weltmeisterschaften und die „dicke persönliche Bestzeit“ freute.
 
Beim deutschen Team sind nach dem ersten von sieben Wettkampftagen sechs Medaillen auf dem Konto: Vor den drei Goldmedaillen und Bronze gab es noch zwei Mal Silber. Am Mittwoch steigt dann unter anderem der deutsche Fahnenträger bei der WM-Eröffnungsfeier in die Wettkämpfe ein: Malte Braunschweig tritt bei den 100 Metern Schmetterling (S9) an. Taliso Engel (100 Meter Freistil) und Gina Böttcher (150 Meter Lagen) steigen am dritten Wettkampftag erneut ins Wasser. 
 
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Livestreams und Video-Highlights zur WM in Manchester

 
Das deutsche Team für die Para Schwimm-WM:
Gina Böttcher (22 / SC Potsdam / Brandenburg an der Havel), Malte Braunschweig (21 / Berliner Schwimmteam / Berlin) Johanna Döhler (12 / Berliner Schwimmteam), Taliso Engel (21 / SG Bayer / Lauf an der Pegnitz), Philip Hebmüller (16 / Neuss / Düsseldorfer SC), Neele Labudda (20 / Lübeck / Hanse-Schwimmverein Rostock), Maria Jeanne Maack (19 / Berlin / Berliner Schwimmteam), Tanja Scholz (38 / PSV Union Neumünster / Elmshorn), Verena Schott (34 / BPRSV / Greifswald), Elena Semechin (29 /Berliner Schwimmteam / Nowowoskresenowka (Kasachstan) ), Josia Topf (20 / SV Erlangen / Erlangen),  Justin Kaps (21 / Berliner Schwimmteam / Berlin) Maurice Wetekam (17 / SG Bayer / Dortmund)

Text: Patrick Dirrigl / DBS