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Deutschland steht im Finale um das letzte Tokio-Ticket

Mit einer taktischen und spielerischen Meisterleistung hat die deutsche Sitzvolleyballnationalmannschaft ihr Halbfinale mit 3:0 (25-15/25-18/24-26) gegen die Ukraine gewonnen und steht nun im Endspiel des paralympischen Qualifikationsturniers in Duisburg.
Deutschland steht im Finale um das letzte Tokio-Ticket
Foto: © Ralf Kuckuck / DBS
04. Juni 2021

Direkt von Anfang an startete das deutsche Team entschlossen und konzentriert und baute schnell eine recht komfortable Führung auf. Die ukrainischen Spieler kamen nicht richtig in die Partie und wurden von Deutschland kontinuierlich mit variantenreichen Spielzügen unter Druck gesetzt. Zu keinem Zeitpunkt geriet die Mannschaft von Cheftrainer Michael Merten im ersten Satz unter Druck und entschied ihn mit 25-15 klar für sich.

Nach diesem Traumstart fand die Ukraine im nächsten Durchgang besser ins Spiel, doch es gelang den Deutschen, Hauptangreifer Denis Bytchenko stetig zu beschäftigen und somit im Angriff weitgehend zu neutralisieren. Die deutsche Mannschaft wirkte hellwach und ließ wenige einfache Punkte für den Gegner zu. In der Mitte des Satzes konnten sie sich schließlich mit einigen Punkten absetzen und diesen Vorsprung hielten sie – mit 25-18 ging auch dieser Durchgang an Deutschland.

Nun stand die Ukraine unter Druck, ging aber erneut mit einem Zwei-Punkte-Rückstand in das erste technische Timeout. Das deutsche Team blieb zunächst mit zwei bis drei Punkten in Front, dann starteten die Ukrainer aber noch einmal eine Aufholjagd. Bei 19:19 gelang ihnen der Ausgleich und dann sogar die Führung – während die Deutschen nun erstmals in der Partie einige Eigenfehler produzierten, erarbeitete sich die Ukraine drei Satzbälle. Merten reagierte und wechselte Routinier Thomas Renger zum Aufschlag ein – mit Erfolg. Die Deutschen wehrten den ersten Satzball ab, beim zweiten gelang Francis Tonleu eine spektakuläre Rettungsaktion, was ein Time-Out aufseiten der Ukraine provozierte. Doch auch das half nichts mehr, nun war die deutsche Mannschaft mental wieder komplett da. Satzball Nummer drei wurde abgewehrt und der Einzug ins Finale mit 26-24 perfekt gemacht.

Angreifer Dominik Albrecht war über die Höhe des Sieges selbst ein wenig überrascht: „Auf ein 3:0 hat von uns keiner spekuliert, auf ein sehr anstrengendes und anspruchsvolles Match aber schon. 3:0 ist einfach riesig“, so der glückliche Albrecht.

Auch Merten war beinahe vollauf begeistert von der Vorstellung seiner Mannschaft: „Abgesehen von den Eigenfehlern im dritten Satz bin ich sehr zufrieden. Die Ukraine hat keinen Spielerwechsel gemacht, sie haben genau in der Aufstellung gespielt, die wir erwartet haben. Wir haben losgelegt wie die Feuerwehr, auch unsere taktische Linie ganz klar gehalten. Das sieht vielleicht der Zuschauer nicht, aber einmal habe ich wirklich gedacht, der Aufschlag hat jetzt wirklich auf den Bierdeckel gemacht, genauso wie es vorher ausgemacht war, das hat perfekt gepasst. Ich bin wirklich sehr stolz auf die Mannschaft und mein Team, wir haben über viele Monate umgesetzt, dass unsere Stärke die taktische Vorbereitung und dann die Umsetzung auf dem Platz ist.“

Das sieht Heiko Wiesenthal ähnlich: „Man muss sagen, unser Trainer ist mit unserem Analysten super vorbereitet, sie stellen uns perfekt auf den Gegner ein. Heute war die Taktik, den besten Angreifer immer hinten anzuspielen, damit er keine zweiten Bälle aus dem Hinterfeld schlagen kann und ich glaube, dass war der Schlüssel zum Erfolg“; erklärt der Zuspieler. „Außerdem haben wir auch stark geblockt und alle sehr gut gearbeitet.“

Im morgigen Finale wartet aller Wahrscheinlichkeit nach Kasachstan, deren Halbfinale gegen Kroatien um 18.00 Uhr angepfiffen wurde. Mit den Kasachen haben die Deutschen noch eine offene Rechnung: „Wir haben aus dem Spiel in der Gruppe gegen Kasachstan schon Lehren gezogen und gehen jetzt mit den zwei Siegen von gestern und heute auch mit breiter Brust in das Spiel rein“, so Merten. „Die taktische Marschroute ist noch nicht ganz ausgefeilt, aber schon sehr klar vorgezeichnet. Natürlich haben wir aber auch einen Plan gegen Kroatien“, ist der deutsche Coach auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Das Finale findet am Samstag, den 05.06.21, um 16.00 Uhr statt.

Alle Spiele werden live auf Sportdeutschland.tv übertragen: https://sportdeutschland.tv/behindertensport

Weitere Informationen finden Sie auf der nationalen Veranstaltungsseite sowie der Website des Weltverbands.

Der weitere Turnierverlauf:

Spiel um Platz 5

05.06.2021, 10.00 Uhr

Spiel um Platz 3

05.06.2021, 13.00 Uhr

Finale

05.06.2021, 16.00 Uhr