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Para Biathlon-WM: Schnell im langsamen Schnee

Die deutschen Frauen mit Sehbeeinträchtigung feiern bei der Para Biathlon-WM in Prince George (Kanada) im Verfolgungssprint den nächsten Dreifacherfolg. Anja Wicker (MTV Stuttgart) läuft von Platz vier in der Qualifikation zu Silber und richtet einen speziellen Dank an die Skitechniker im Team.
Para Biathlon-WM: Schnell im langsamen Schnee
V.l.n.r: Leonie Walter, Linn Kazmaier und Johanna Recktenwald gemeinsam mit ihren Guides Foto: © Kelly Bergmann, BergMedia Photography
10. März 2024

„Die Erleichterung ist riesig“, sagte Anja Wicker und, jeder, der die 32-Jährige ein wenig kennt, konnte sich ausmalen, wie sie sich fühlte. Platz vier in der Quali nach vier Schießfehlern und mit gewaltigem Abstand auf die Überraschungsführende Yunji Kim aus Korea sowie auf die beiden US-Amerikanerinnen Kendall Gretsch und Oksana Masters – das ist nicht der Anspruch der Stuttgarterin.

Doch als es darauf ankam, lief es für Wicker glatt. Im Finale blieb sie am Schießstand zweimal fehlerlos – im Gegensatz zu Kim und Masters – und auf der dreimal rund ein Kilometer langen Strecke ließ sie sich trotz schwieriger Schneebedingungen nicht bremsen. Nach dem ersten Schießen lief sie an Masters vorbei, nach dem zweiten an Kim. Nur Kendall Gretsch war nicht zu packen; sie fuhr souverän zu ihrer zweiten Gold-Medaille bei dieser WM. Für Masters blieb Bronze, Kim ging leer aus. „Meine Ski wollten trotz des langsamen Schnees schnell laufen. Darüber und über meine Leistung bin ich froh“, sagte Wicker und dankte den Skitechnikern des Teams. Die zweite deutsche Starterin bei den Frauen sitzend, Andrea Eskau (USC Magdeburg), verbesserte sich im Finale noch von Platz sechs auf Platz fünf.

Bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung gab es im Finale keine Veränderungen gegenüber der Quali. Das hieß den zweiten deutschen Dreifacherfolg bei dieser WM – und das dritte Einzel-Gold für Linn Kazmaier (SZ Römerstein) und ihren Guide Florian Baumann, die erneut das Maß aller Dinge waren. Vier Schießen, null Fehler – das Duo lief gefahrlos zum Sieg. Hinter ihnen folgten Leonie Walter (SC St. Peter) mit Guide Christian Krasman und Johanna Recktenwald (Biathlon-Team Saarland) mit Guide Pirmin Strecker.

Die deutschen Männer blieben am Samstag ohne Medaille. In der stehenden Klasse wurde der von einer Erkältung geschwächte Marco Maier Sechster, sein Vereinskamerad vom SV Kirchzarten, Alexander Ehler, kam auf Rang neun. Bei den Sehbeeinträchtigten landeten Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg, mit Guide Robin Wunderle) und Lennart Volkert (PSV München, mit Guide Nils Kolb) wie über 12,5 Kilometer auf den Plätzen sieben und zehn. Am Sonntag endet die Weltmeisterschaft mit je einem Team-Sprint in der sitzenden und in den kombinierten stehenden Klassen.

Alle Informationen zum deutschen Aufgebot, zum Zeitplan sowie zu den Ergebnissen gibt es auf unserer Webseite.

Text: Benjamin Schieler / DBS