Auch am dritten Tag der Para Schwimm-WM gab es Edelmetall für das deutsche Team. In einem hochspannenden Rennen gewann Gina Böttcher die Bronzemedaille über die 150 Meter Lagen. Die anderen deutschen Starter*innen Maike Naomi Schwarz, Verena Schott und Malte Braunschweig zeigten ebenfalls ansprechende Leistungen, jedoch reichte es jeweils nur für den undankbaren vierten Platz.
Im ersten Finale mit deutscher Beteiligung gab es direkt die nächste Medaille für das deutsche Team: Gina Böttcher sicherte sich mit einem bärenstarken Endspurt über die 150 Meter Lagen (SM4) Bronze: Nach 100 Metern lag die Potsdamerin noch auf dem sechsten Platz! „Ich bin ganz ehrlich: Ich habe keine der Konkurrentinnen gesehen, ich habe einfach mein Rennen gemacht“, sagte Böttcher nach ihrem Rennen. Die 24 Jahre alte Schwimmerin vom SV Motor Babelsberg hatte nach 2:59,26 Minuten im Ziel angeschlagen. Für Böttcher, die bei den Paralympics in Paris Silber auf den 50 Meter Rücken gewonnen hatte, war die Bronzemedaille von Singapur ihr insgesamt viertes Edelmetall bei Weltmeisterschaften. „Damit habe ich nicht gerechnet. Es war sehr schön auf dem Treppchen, es war ein sehr schönes Gefühl, vor so einer vollen Halle zu stehen“, freute sich Böttcher.
Nur wenige Minuten später war Maike Naomie Schwarz ganz nah an der nächsten deutschen Bronzemedaille in Singapur: Die 31 Jahre alte Potsdamerin schwamm die 50 Meter Freistil (S12) in 28,94 Sekunden und schlug damit 89 Hundertstel hinter der Dritten, Ayano Tsujiuchi, im Ziel an. „Meine Beine sind ein bisschen schwer. Ich schaue den nächsten Tagen aber positiv entgegen“, sagte Schwarz nach ihrem starken Rennen.
Auch Verena Schott, die am Dienstag ihr zweites Rennen bei den Weltmeisterschaften hatte, wurde Vierte: Die 36 Jahre alte Schwimmerin vom BPRSV, die im Januar zum dritten Mal Mutter geworden war, schwamm die 200 Meter Lagen (SM6) in 3:13,58 Minuten. Grace Harvey, die Britin auf Rang drei, kam etwas mehr als eine Sekunde vor Schott im Ziel an.
Im letzten Lauf mit deutscher Beteiligung gab es dann in einem extrem engen Finale den dritten vierten Platz für Deutschland: Malte Braunschweig beendete das 100 Meter Schmetterling-Rennen (S9) nach 1:01,26 Minuten – gerade mal zwölf Hundertstel nach dem Bronzemedaillengewinner Lewis Bishop (Australien). Sein Landsmann Hodge sicherte sich Silber und war eine Sekunde schneller. Jacobo Garrido Brun, der Fünfter wurde, lag nur eine Hundertstel hinter Braunschweig, der im Finale über eine halbe Sekunde schneller schwamm als noch in seinem Vorlauf. „Klar, ich bin ziemlich enttäuscht. Ich hab’s heute nicht besser hinbekommen. Das muss ich abhaken, akzeptieren und für nächste Saison daran arbeiten“, schaute der Berliner direkt wieder nach vorne.
Am Mittwoch gibt es den nächsten Wettkampf für die Bronzemedaillengewinnerin Gina Böttcher: Gemeinsam mit Tanja Scholz, der Doppelweltmeisterin von Singapur, geht es im OCPC Aquatic Centre auf die 50 Meter Rücken (S4). Außerdem am Start: Mira Jeanne Maack (100 Meter Freistil, S8), die am Montag Bronze gewinnen konnte, 150-Meter-Lagen-Weltmeister Josia Topf (50 Meter Rücken, S3) und Malte Braunschweig (100 Meter Freistil, S9).
Weitere Stimmen aus dem deutschen Team:
Gina Böttcher: „Ich bin ganz ehrlich: Ich habe keine der Konkurrentinnen gesehen, ich habe einfach mein Rennen gemacht. Ich habe vorher mit meinem Trainer ein paar Sachen besprochen, wollte einiges besser machen als noch heute Morgen. Das hat dann ganz gut geklappt. Es war leider keine Bestzeit, was mich ein bisschen ärgert – aber: Ich bin sehr zufrieden, dass es für einen dritten Platz gereicht hat.
Verena Schott: „Ich bin traurig, wie es gelaufen ist. Ich versuche es aber ein bisschen entspannter zu sehen. Ich hatte während des Rennens nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas von dem gemacht habe, was ich beim Einschwimmen gemacht habe. Also habe ich irgendwie total gegen mich gearbeitet. Aber mir fehlen einfach Wettkämpfe, mir fehlen Trainingseinheiten.“
Malte Braunschweig: „Klar, ich bin ziemlich enttäuscht. Es war sehr knapp, zwölf Hundertstel haben gefehlt. Die Zeit war okay, aber ich glaube, dass ich es schneller kann. Ich hab’s heute nicht besser hinbekommen. Das muss ich abhaken, akzeptieren und für nächste Saison daran arbeiten.“
Weitere Informationen sowie Ergebnisse der Para Schwimm-WM gibt es auf World Para Swimming
Livestreams zur Para Schwimm-WM gibt es auf dem YouTube Kanal Paralympic Games
Text: Patrick Dirrigl / DBS
Deutsche WM-Medaillen im Überblick:
Gold: Tanja Scholz (50 Meter Brust, 150 Meter Lagen), Taliso Engel (100 Meter Brust), Josia Topf (150 Meter Lagen)
Bronze: Mira Jeanne Maack (100 Meter Rücken), Gina Böttcher (150 Meter Lagen)
Das deutsche Aufgebot für die Para Schwimm-WM in Singapur:
Gina Böttcher (24 / Brandenburg a. d. Havel / SV Motor Babelsberg), Malte Braunschweig (25 / Berlin / Berliner Schwimmteam), Taliso Engel (23 / Lauf a. d. Pegnitz / TSV Bayer 04 Leverkusen), Philip Hebmüller (18 / Neuss / SG Neuss), Mira Maack (21 / Berlin / Berliner Schwimmteam), Tanja Scholz (41 / Kaltenkirchen / PSV Union Neumünster), Verena Schott (36 / Greifswald / BPRSV), Naomi Maike Schwarz (31 / Yokohama/Japan / SV Motor Babelsberg), Josia Topf (22 / Erlangen / BPRSV), Maurice Wetekam (19 / Dortmund / TSV Bayer 04 Leverkusen)