Natascha Hiltrop mit Gewehr spricht mit Rudi Krenn
EM

Para Sportschießen-EM: Medaillenhoffnung im Teamwettbewerb

Natascha Hiltrop und Rudi Krenn © DSB

Mit einem kleinen, aber vielversprechenden Team reist Deutschland zur Para Sportschießen-EM in Osijek (Kroatien). Vom 2. bis zum 7. Oktober treten fünf deutsche Schütz*innen bei den Wettkämpfen an und wollen sich mindestens fürs Finale qualifizieren. Bei den Teamwettbewerben sieht Bundestrainer Rudi Krenn sogar gute Chancen auf Medaillen - dort war die deutsche Mannschaft bereits in den vergangen Jahren äußerst erfolgreich.

3 Minuten Lesezeit veröffentlicht am 30. September 2025

Mit einem kleinen, aber vielversprechenden Team reist Deutschland zur Para Sportschießen-EM in Osijek (Kroatien). Vom 2. bis zum 7. Oktober treten fünf deutsche Schütz*innen bei den Wettkämpfen an und wollen sich mindestens fürs Finale qualifizieren. Bei den Teamwettbewerben sieht Bundestrainer Rudi Krenn sogar gute Chancen auf Medaillen - dort war die deutsche Mannschaft bereits in den vergangen Jahren äußerst erfolgreich.

Die Stimmung ist gut vor dem Saison-Highlight der Para Sportschütz*innen in diesem Jahr. „Wir konnten uns gut vorbereiten und trainieren, dass ist wichtig vor so einer EM“, berichtet Rudi Krenn. Der Bundestrainer sammelte unter anderem im Juni - bei der EM-Qualifikation am Bundesstützpunkt des Deutschen Schützenbundes (DSB) in Wiesbaden – gute Eindrücke von seinem Team. Fünf Athlet*innen erfüllten dort die geforderte Norm für die EM und dürfen so nun mit nach Osijek fahren.

Die Konkurrenz wird dort groß sein: 173 Athlet*innen aus 32 Ländern versuchen in Kroatien ihr Glück. „Die Startfelder im Para Sportschießen sind deutlich größer als bei anderen Sportarten, dementsprechend hoch ist auch die Leistungsdichte in den einzelnen Startklassen“, betont Bundestrainer Rudi Krenn. Ein paar Zehntel können in der Wertung über mehrere Plätze entscheiden.

Ein Umstand mit dem die deutschen Teilnehmenden gut vertraut sind, schließlich wird die EM in Osijek für keinen der Fünf, das erste große Turnier im Para Sportschießen sein. Alle haben bereits an Paralympischen Spielen teilgenommen, teilweise sogar mehrfach. Bernhard Fendt (SH1A) war zum ersten Mal 2004 in Athen dabei und hat sich seitdem für zahlreiche Welt- und Europameisterschaften qualifiziert. „Bernhard Fendt ist nicht nur individuell ein guter Sportler, sondern auch ganz wichtig für die Mannschaft“, sagt Rudi Krenn. Dass Fendt weiterhin auf ganz hohem Niveau mithalten kann, zeigte er zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften, wo er zwei Titel holte, und sein jetziges Teammitglied Tjark Liestmann (SH1), der zweimal Vizemeister wurde, ausstach. Natascha Hiltrop konnte beruflich bedingt nicht teilnehmen.

Beide waren schon gemeinsam bei der WM 2023 dabei. Tim Focken wurde im Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr Neunter, Moritz Möbius sichert sich sogar die Bronzemedaille im Kleinkaliber liegend. Ein Jahr später landete er bei den Paralympics im gleichen Wettbewerb auf dem 14. Platz.

Dort war es vor allem Natascha Hiltrop (SH1A), die glänzte und zwei Goldmedaillen im Mixed Kleinkaliber liegend und im Dreistellungskampf holte. Es war der Höhepunkt einer bis dahin schon äußerst beeindruckenden Karriere, die mit zahlreichen Medaillen bei internationalen Turnieren bestückt ist. In Kroatien stehen die Chancen auf weiteres Edelmetall nicht schlecht, vor allem im Dreistellungskampf dürfte die Wiesbadenerin erneut zu den Favoritinnen zählen.

Tjark Liestmann (SH1) ist mit 25 Jahren der jüngste im Team, hat jedoch ebenfalls schon an Paralympischen Spielen teilgenommen und in Paris im Luftgewehr liegend den 13. Platz erreicht. Die größte Stärke des deutschen Teams sind aber nicht die Individualleistungen, sondern schon fast traditionell der Teamwettbewerb. Allein Natascha Hiltrop hat dort seit 2010 neun WM-Medaillen gewonnen. „Bei Einzelfinals muss alles passen und meistens noch etwas Glück dabei sein. Im Team ist ein Podiumsplatz allerdings durchaus realistisch – sowohl mit dem Luftgewehr als auch mit dem Kleinkaliber-Gewehr“, vermutet Rudi Krenn.

Mehr Informationen sowie den genauen Zeitplan der EM gibt es auf der Veranstaltungswebsite

Text: DSB / DBS

Das deutsche Aufgebot bei der Para Sportschießen-EM:
Bernhard Fendt (55 / Krumbach / Schützenbund Krumbach), Tim Focken (41 / Oldenburg / SV Etzhorn), Natascha Hiltrop (33 / Bonn / SV Lengers 1964), Tjark Liestmann (25 / Buxtehude / SV Ladekop), Moritz Möbius (26 / Gengenbach / SSV Zell am Harmersbach)