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Wieder eine Medaille und neue deutsche Rekorde

Verena Schott gewinnt Bronze – Neue deutsche Rekorde von Mira Jeanne Maack und Malte Braunschweig
Wieder eine Medaille und neue deutsche Rekorde
Mira Jeanne Maack Foto: © Ralf Kuckuck / DBS
20. Mai 2021

Drittes Finale bei der Para Schwimm-EM in Madeira, dritte Medaille für Verena Schott! Nach zwei Mal Silber (100 Meter Rücken und 200 Meter Lagen) schwamm die 32 Jahre Athletin vom BPRSV über 400 Meter Freistil zum dritten Platz. 5:49,25 Minuten brauchte Schott, die über die komplette Dauer des Rennens souveräne Dritte war. Gold ging an die Schweizerin Nora Meister, die die 400 Meter in 5:12,87 Minuten zurücklegte – ein neuer Weltrekord in der Startklasse S6. Yelyzaveta Mereshko aus der Ukraine ging als Zweite ins Ziel. Schotts Bronze war bereits die 13. Medaille für die Deutschen bei der EM.

Für Mira Jeanne Maack, die jüngste Schwimmerin im deutschen Team, ist die Europameisterschaft in Madeira die erste. Die 17 Jahre alte Berlinerin durfte schon an zwei Ehrungen teilnehmen: Am Sonntag sicherte sich Maack über die 400 Meter Freistil in der Startklasse S8 Bronze, am Dienstag schwamm die Athletin vom Berliner Schwimmteam zu Silber über 100 Meter Brust in der Startklasse SB7. Vor allem über die 100 Meter Brust haute die Schülerin vom Schul- und Leistungssportzentrum Berlin ein richtiges Brett raus: Im Finale pulverisierte sie ihre am Dienstagmorgen geschwommene Qualifikationszeit regelrecht und kam zehn Sekunden früher ins Ziel. Die 1:40,29 Minuten bedeuteten einen neuen deutschen Rekord. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich so viel schneller schwimmen kann – und damit dann auch noch Silber hole“, sagte Maack am Dienstag. „Ich hoffe in den nächsten Tagen auf weitere Bestzeiten“, sagte die 17-Jährige, die am Mittwoch über die 100 Meter Freistil in der Klasse S8 direkt nachlegte: Mit 1:11,94 Minuten stellte Maack einen neuen deutschen Rekord auf und wurde starke Fünfte.

Für eine weitere deutsche Bestmarke sorgte Malte Braunschweig bereits in der Qualifikation am Mittwochmorgen, als er die 100 Meter Freistil in der Startklasse S9 in 57,60 Sekunden zurücklegte. In einem sehr schnellen Finale packte der 20 Jahre alte Athlet vom Berliner Schwimmteam noch einen drauf und wurde in 57,53 Sekunden Sechster: wieder ein deutscher Rekord für den Berliner. Gold ging an den Italiener Simone Barlaam, der mit 53,03 Sekunden seinen eigenen Weltrekord verbesserte. „Maltes Leistungssteigerung freut mich besonders, das hatte sich angedeutet“, sagte Bundestrainerin Ute Schinkitz. Am Montag und am Dienstag verpasste Braunschweig die Finals knapp und wurde Neunter. „Nach gestern hatte ich ein bisschen Wut im Bauch. Ich habe mich heute dann neu auf mein Rennen fokussiert und wollte einfach das Beste daraus machen“, sagte Malte Braunschweig, für den es am Morgen „sehr gut“ lief und für den es sich im Finale „sofort gut angefühlt“ habe. Sein deutscher Rekord sei laut Schinkitz „die richtige Antwort“ auf die beiden neunten Plätze gewesen.

In einem regelrechten Herzschlag-Finale über 50 Meter Rücken verpasste Gina Böttcher ihre dritte Medaille in Madeira nur ganz knapp: 54,88 Sekunden brauchte Böttcher für die 50 Meter - zwei Hundertstel fehlten der 20 Jahre alten Athletin vom SC Potsdam zu Nataliia Butkova (Russland) und Olga Sviderska (Ukraine), die zeitgleich ins Ziel kamen und sich somit den zweiten Platz teilten. Gold ging an die Griechin Alexandra Stamatopoulou, die eine halbe Sekunde vor Böttcher im Ziel anschlug. Die 20-Jährige schwamm eine neue Bestzeit, konnte sich aber verständlicherweise nicht so richtig darüber freuen: „Ich habe erst beim Rausgehen realisiert, dass mir zwei Hundertstel zu einer Medaille gefehlt haben. Das ist sehr schade, aber ich schaue nach vorne in Richtung Tokio und hoffe, dass es dort besser klappt.“

Weitere deutsche Finalteilnahmen gelangen Neele Labudda (100 Meter Brust, Startklasse SB12) und Johannes Weinberg (200 Meter Lagen, SM11). Labudda wurde mit 1:29,02 Minuten Fünfte, Weinberg wurde in 2:51,19 Minuten Siebter.

Nach vier Wettkampftagen kommen die deutschen Schwimmer nun auf insgesamt 13 Medaillen: drei Mal Gold, vier Silbermedaillen und sechs Mal Bronze.

Weitere Informationen und Ergebnisse rund um die EM im Para Schwimmen gibt es unter www.paralympic.org/madeira-2020.

Das deutsche EM-Team für Madeira:

Elena Krawzow (27 / Berliner Schwimmteam / Nowowoskresenowka, Kasachstan), Marlene Endrolath (20 / Berliner Schwimmteam / Göppingen), Mira Jeanne Maack (17 / Berliner Schwimmteam / Berlin), Cosima Reinicke (18 / Berliner Schwimmteam / Berlin), Justin Kaps (19 / Berliner Schwimmteam / Berlin), Malte Braunschweig (20 / Berliner Schwimmteam / Berlin), Denise Grahl (29 / Hanse SV Rostock / Schwerin), Neele Labudda (18 / Hanse SV Rostock / Lübeck), Katherina Rösler (19 / Hanse SV Rostock / Rostock), Gina Böttcher (20 / SC Potsdam / Brandenburg a. d. Havel), Verena Schott (32 / BPRSV / Greifswald), Janina Breuer (22 / SSC Karlsruhe / Aachen), Taliso Engel (18 / SG Bayer / Lauf a. d. Pegnitz), Tobias Pollap (34 / SG Bayer / Hattingen), Fabian Brune (20 / SG Bayer / Attendorn), Johannes Weinberg (18 / TV 1860 Immenstadt / Oberstdorf).